Abfangungen – nie selbst Hand anlegen
Abfangungen sind im bautechnischen Sinn Konstruktionen, die verhindern, dass andere Bauteile oder auch Erdmassen verrutschen oder sich verschieben. Der Terminus kommt von „Abfangen“, also etwas aufhalten.
2 Bereiche
In der Bauwirtschaft werden Abfangungen in 2 speziellen Bereichen eingesetzt: Einerseits für Maßnahmen, um Erdmassen abzuhalten. Dies ist bei einer Baugrubensicherung der Fall. Man fängt die Erde rund um die Baugrube zum Beispiel mit sogenannten Spundwänden ab.
Zum Zweiten setzt man Abfangungen innerhalb eines Gebäudes ein, um zu verhindern, dass das Gebäude, oder ein Teil, einstürzt. Man unterstützt somit das Tragverhalten und leitet die Last durch eine entsprechende Konstruktion nach unten ab. Besonders bei Umbauten und Sanierungen wird dies häufig benötigt. Zum Beispiel kann es sein, dass eine Wand entfernt wird. Bevor die neue Wand oder eine andere Konstruktion eingebaut ist, die das Gewicht der Decke und oberen Stockwerke abtragen kann, wird eine sogenannte provisorische Abfangung angefertigt, die vorübergehend die Last weiterleiten kann. Aber auch der dann eingebaute Träger, der die Last von oben auf Dauer übernimmt, wird als Abfangung bezeichnet. Abfangungen können also sowohl temporär, als auch auf Dauer konzipiert sein.
Abfangungen sind etwas für Spezialisten
Abfangungen dürfen nur aufgrund von vorher durchgeführten genauen statischen Berechnungen ausgeführt werden. Dies sollte nur von einem erfahrenen Baufachmann gemacht werden. Niemals sollte man dabei einfach selbst Hand angelegen. Je nachdem, wie umfangreich das Bauvorhaben ist, benötigt man zudem eine bauliche Genehmigung für ein solches Vorhaben. Eine qualitativ gute Abfangung ist jene, die vom Statiker berechnet wurde und dann auch in der Ausführung genauso ausgeführt wurde, wie in der Planung angegeben. Aber Achtung: in einem Umbau sind immer Überraschungen möglich. Zum Beispiel kann es vorkommen, dass die bestehende Decke gar nicht so tragend ist, wie vorher angenommen. Dann gilt es rasch zu reagieren und erneut die Abfangungen zu berechnen. Flexibilität und ein wachsamer Bauführer sind somit unabdingbar.